Gut geplant ist halb gewonnen

If you fail to plan, you are planning to fail, sagte Benjamin Franklin. Der Weg zum fertigen Magazin beginnt mit dem Seitenplan.

Ein neues Magazinprojekt steht an! Einer der ersten Arbeitsschritte in unserer Redaktion – nach der gemeinsamen Redaktionssitzung mit dem Kunden – ist die Erstellung des Seitenplans. Beim Seitenplan, auch Bogen oder englisch Flatplan genannt, handelt es sich um eine schematische Darstellung aller Seiten in einer Zeitung, einem Magazin oder einem Buch. Darin hält man übersichtlich fest, welche Anzeigen und redaktionellen Inhalte im Layout wohin kommen.

Gut gefüllt

Unscheinbar sieht der Bogen aus, eine Seite mit leeren rechteckigen Kästchen, die für Magazinseiten stehen. Aber sind der schwarze und rote Kugelschreiber und die bunten Leuchtstifte – oder, je nach Vorliebe, das digitale Äquivalent – erst ausgepackt, füllen sich die schlichten Kästchen schnell mit Geschichten.

Nach der ersten Redaktionssitzung hält die Redakteurin mit Stift und Papier oder am Bildschirm stichpunktartig fest, wie die Inserate und Inhalte auf den Seiten verteilt werden sollen. Verschiedene Fragen spielen bei dieser Entscheidung eine Rolle: Wie viele Anzeigen sind gebucht? Wie viel redaktioneller Platz steht zur Verfügung, wie viele Themen gilt es unterzubringen – und in welchem journalistischen Format: Interview, Reportage, Infografik? Oder manchmal auch: Wie viele Seiten müssen wir noch füllen – und fehlen vielleicht noch Inhalte? Es geht also darum zu entscheiden, wo was steht, und wie viel Platz die Artikel, Anzeigen und Bilder einnehmen dürfen oder sollen.

Wichtig dabei: den einzelnen Themen genug Raum geben – meistens braucht man für einen Artikel mehr Seiten als gedacht! Auch Fotos und Grafiken brauchen Platz zum „Atmen“ und genügend Weißraum im Design sollte auch noch drin sein. Schritt für Schritt füllt sich so der Bogen, bis schließlich die Heftstruktur steht.

Von dieser Vorarbeit profitieren nicht nur Redaktion, Artdirektion und Druckerei, sondern auch unsere Kunden.

Planlos? Lieber nicht!

„Einen Seitenplan zu erstellen klingt nach viel überflüssigem Aufwand – ich verzichte darauf und beginne lieber direkt mit dem Texten und Layouten“, denkt man sich an diesem Punkt vielleicht. Falsch gedacht! Ein schlauer Seitenplan ist grundlegend, damit ein Magazin oder eine Broschüre das Publikum fesselt.

Indem man schon vor dem Texten die Themen gewichtet und längere Strecken mit kürzeren Inhaltshäppchen abwechselt, baut man so einen schönen Spannungsbogen im Heft auf, der zum Weiterlesen anregt. Beispielsweise kann auf eine anspruchsvolle Reportage ein kurzer, lockerer Text oder eine Infografik folgen. Das gibt Gelegenheit zum Durchatmen, bevor sich die Leserin auf den nächsten langen Artikel stürzt. Die Mischung macht’s!

Meist begleitet der Bogen die Redaktion über den gesamten Projektzeitraum, dient als Kommunikationsgrundlage für das gesamte Team. Und wenn eine Folgeausgabe des Magazins ansteht, greift man einfach auf den letzten Seitenplan zurück – und der erste Schritt für die Planung des nächsten Hefts ist gemacht. Die Vorarbeit lohnt sich also! Davon profitieren nicht nur Redaktion, Artdirektion und Druckerei, sondern auch unsere Kunden: Sie erhalten selbstverständlich Einblick in den ersten großen Schritt auf dem Weg zum Endprodukt – strukturiert und klar verständlich.

Besonders für Printmagazine ist der Bogen grundlegend, um die Seitenanzahl stets im Blick zu haben. Damit die Druckerei jeden Papierbogen ohne viel Verschnitt verwenden kann und nicht einen Teil davon wegwerfen muss, sollte die Seitenanzahl des Magazins immer ein Vielfaches von 8 sein, bei Büchern meist sogar von 16: So viele Seiten passen auf einen der großen Papierbögen, die in Druckereien zum Einsatz kommen. Und keine Papierverschwendung bedeutet auch: niedrigere Druckkosten!

Welcher der richtige Weg zum Seitenplan ist, hängt also immer vom Projektteam, vom Projekt und von den eigenen Vorlieben ab.

Digitale Flatplans

Ganz klassisch wird der Bogen oft auf Papier oder in MS Excel befüllt. Aber es gibt dafür auch praktische browserbasierte Tools wie Flat-Plan oder Blinkplan, die vor allem das Zusammenarbeiten im Team noch einfacher machen. Den Online-Seitenplan können mehrere Teammitglieder kommentieren und bearbeiten, in der Agentur, von zuhause oder unterwegs. Updates und Änderungen sind sofort ersichtlich, die Projektmanagerin muss das Dokument nicht per E-Mail hin und her schicken.

Ein weiterer Vorteil ist die leichte Handhabung: ein paar Klicks und der Flatplan ist im Handumdrehen erstellt. Seiten lassen sich ganz einfach als redaktioneller Inhalt oder Inserat taggen, man kann sie leicht einfügen, löschen oder per Drag & Drop verschieben – die anderen Seiten verschieben sich automatisch, Seitenzahlen werden aktualisiert.

Der Nachteil: die Kosten. Flatplan-Onlinetools sind ein weiterer Punkt in der ständig wachsenden Liste an Softwareabos, die für Freiberuflerinnen oder kleinere Agenturen auf Dauer ganz schön happig wird. Wer öfters Magazine oder Broschüren plant, ist damit aber sicher gut beraten.

Welcher der richtige Weg zum Seitenplan ist, hängt also immer vom Projektteam, vom Projekt und von den eigenen Vorlieben ab. Apropos Weg: Auf Französisch heißt der Flatplan „chemin de fer“, also Eisenbahnstrecke bzw. -schiene. Ob man nun lieber digital oder analog unterwegs ist – Hauptsache, man hat den Bogen raus!

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